Meditation

Was ist Meditation ?

Warum sollte ich mich für Meditation entscheiden ?

P.S. :

Hinter dem button "Warum Meditation" (links oben) verbirgt sich ein längerer Artikel über die Zusammenhänge von Meditation und Heilung.


Was ist Meditation für mich ?

Die Umkehr unserer gewohnten Blickrichtung ! Statt wie üblich nach außen zum Gesprächs-Partner, Straßenverkehr, auf meine Arbeit usw. richte ich nun meine Aufmerksamkeit in meine innere Realität DIESES MOMENTS : Meinen Körper, meine Gefühle und meine Gedanken - und später in weitere Bereiche. Und zwar in dieser Reihenfolge mit ansteigendem Schwierigkeits-Grad.

Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört ! Nach außen sehen und die entsprechenden Objekte beurteilen kann jeder. Nach innen sehen und die dortigen Prozesse zu beobachten OHNE sie zu beurteilen oder verändern zu wollen, IST NICHT EINFACH !

Wir sind so sehr gewohnt, Objekte zu sehen, daß wir im Inneren gar nicht wissen, wonach wir Ausschau halten sollen. Wir finden keine Objekte ! Und um uns in bereits laufende Prozesse einzuklinken, brauchen wir die Bereitschaft, unseren Verstand mit seinem geliebten "Bereits-Wissen" aufzugeben, gerade so, als würden wir einen Kinosaal betreten, in dem bereits ein unbekannter super-spannender Film läuft, der uns augenblicklich in seinen Bann zieht. Solange wir dem Film folgen, können wir nicht gleichzeitig über ihn nachdenken. Dafür müssen wir das Kino verlassen, also das Zuschauen beenden. Und dann haben wir ein begrenztes Zeit-Stück, mit dem unser Verstand etwas anfangen kann. Unser Verstand kann nur begrenzte Objekte handhaben, sowohl in zeitlicher wie in räumlicher Hinsicht.

Mit der Information ALLES (räumlich), IMMER (zeitlich) oder NICHTS kann unser Verstand absolut nichts anfangen. Solche Aussage macht keinen Sinn.


Warum Meditation ? Das ist also die Frage nach der Motivation.

Die Motivation für Yoga, Tai Qui, Qi Gong, 5 Tibeter, Kairaku-Übungen usw. ist fast immer der Wunsch nach Verbesserung : Mehr Gesundheit, geistige Klarheit, innere Ruhe und Gelassenheit, psychische Belastbarkeit bzw. weniger Streß-anfällig usw. Der Wunsch nach Verbesserung ist damit auch immer der Wunsch nach Veränderung.

Die Motivation für Meditation ist die Suche nach einer Antwort auf die Kernfrage von Meditation : "Wer bin ich ?" Und diese Antwort findet man nur in sich selbst. Und sie ist fließend, keine feste Definition. Meditation übt das Wahrnehmen seiner eigenen inneren Realität OHNE sie zu beurteilen und OHNE die Absicht, sie irgendwie VERÄNDERN zu wollen.

Und dann ist natürlich die Frage berechtigt, warum man sich überhaupt darauf einlassen sollte. Nach über 30 Jahren täglicher Meditations-Praxis ist meine Erfahrung inzwischen dieselbe, die mich ganz am Anfang von Buddha verblüfft hat und auch neugierig machte :

"Was immer es auch ist, das Du in Deinem Inneren wahrnimmst, wenn Du es voller Vertrauen hellwach annimmst und zuläßt, entscheidet die Existenz, ob es gut für Dich ist oder nicht. Wenn es nicht gut für Dich ist, fällt es von Dir ab wie trockne Herbstblätter vom Baum, OHNE daß Du es bekämpfen, behandeln, therapieren mußt. Und wenn es gut für Dich ist, wird es genährt."

Meditation verbessert also nicht die eigene Persönlichkeit sondern erlaubt seiner Individualität und seinem noch unbekannten Potential, sich zu entfalten. Das braucht Mut, Vertrauen und Entschlossenheit - genau wie damals als Embryo, als man sich auf den Geburts-Prozeß eingelassen hat, ohne zu wissen, was auf einen zukommt.


Meine Erfahrungen

Mitte bis Ende der 1970er Jahre war mein erster Kontakt mit Meditation in einer sogenannten Selbsterfahrungsgruppe in der Volkshochschule Hamburg. Ein Film über einen Ashram in Indien machte mich auch sehr neugierig. Auf der Straße ließ ich mich ansprechen von den Zeugen Jehovas, den "Kindern Gottes", Scientology, von Mitgliedern der "Transcendentalen Meditation" u.a. Wenn sich eine Mitgliedschaft so auswirkt, wie bei meinen jeweiligen Ansprechpartnern, dachte ich, war es nicht das, was ich suchte. Ich war eindeutig auf der Suche, wußte aber nicht, wonach.

In dieser Zeit fiel mir das einzige kleine Büchlein des chinesischen Mystikers LAO TSE in die Hände, wo ich Antworten fand, deren Frage mir noch nicht einmal ganz klar war. Und dann folgten Bücher von Buddha und anderen Erleuchteten.

1984 machte ich in Deutschland meine erste "Dynamische und Kundalini-Meditation", beides Erfindungen von OSHO. Nun wurde mein Interesse pragmatisch, weil ich in direkten Kontakt mit meinen Gefühlen kam - das war es, was ich gesucht hatte. Heute weiß ich, gesucht habe ich tatsächlich die Antwort auf die Frage, "Wer bin ich ?"

Diese Frage ist von existieller Wichtigkeit auf spiritueller Ebene, wie Atmen für einen Ertrinkenden auf körperlicher Ebene oder die Sehnsucht nach der einzigen Geliebten auf emotionaler usw.

Ich fühle mich heute am wohlsten mit dem Modell des Mensch-Seins in der Form, daß der Teil einer "Seele", der etwas bestimmtes lieben lernen will - also etwas, das er in früheren Inkarnationen noch nicht lieben gelernt hat - wenn sich dieser Teil bei der Inkarnation, also noch vor der Empfängnis, sein zukünftiges "Klassenzimmer" sehr detailliert aussucht. Das heißt, seine Familie, Hautfarbe, soziale Situation, das Land, die Zeit, Bildungs- und finanzielle Möglichkeiten, evtl. Erbkrankheiten usw. usw.

Wenn er die Schwierigkeiten dieses "Klassenzimmers", dieses Lebens gemeistert und sein Leben geliebt hat, hat er damit das lieben gelernt, was seiner Absicht entsprach und damit seine Lebensaufgabe erfüllt. Solch ein Mensch stirbt sicher voller Dankbarkeit dafür, daß er das Wunder Lebendigkeit und "Mensch-Sein" bewußt erleben durfte.